Kreditkarten werden auch durch den zunehmenden Online-Handel immer häufiger eingesetzt. Damit steigt leider auch die Quote des Betrugs mit Kreditkarten. Der jährliche Schaden beläuft sich auf geschätzte 1,3 Milliarden Euro. Verbraucher können sich aber schützen.

Formen des Kreditkartenbetrugs

Prekär ist beim Missbrauch von Kreditkarten, dass diese hierfür nicht unbedingt physisch vorliegen müssen. Ein Dieb kann auch mit den gestohlenen Basisdaten der Karte auf Einkaufstour gehen. Dementsprechend sind verschiedene Formen des Kreditkartenbetrugs zu unterscheiden:

  • Kartendiebstahl: Nach wie vor werden die Karten physisch entwendet. Die Hauptursache hierfür ist die Unachtsamkeit der Inhaber. Mit einer physisch vorliegenden Karte kann der Dieb sofort einkaufen, er muss nur die Unterschrift auf der Karte fälschen. Für Onlineeinkäufe muss er nur ihre Daten abtippen. Wenn jemand sogar seine Karte zusammen mit ihrer PIN aufbewahrt, können Diebe damit unbekümmert am Bankautomaten Geld abheben.
  • Datendiebstahl im Internet: Ungesicherte Leitungen zu Online-Händlern machen Hackern das Handwerk sehr leicht. Sie lesen Kartennummern, Inhabernamen und Prüfziffern aus. Mit diesen Daten können sie selbst einkaufen. Teilweise werden sogar in großem Stil millionenfach Kreditkartendaten von Servern gestohlen.

Sind Kreditkarten wirklich so unsicher?

Es gibt viele moderne Sicherheitsmerkmale von Kreditkarten, doch 100 % Sicherheit bieten sie nicht. Das müssen Verbraucher im Hinterkopf behalten. Mit viel Umsicht können sie sich schützen, wozu die sorgfältige Verwahrung der Karte, aber auch die Aufmerksamkeit bei Online-Käufen gehört. So sollte niemand in einem Online-Shop einkaufen, der nicht über SSL-Verbindungen und eine Extended Validation (grüne Browserzeile) seines Shops verfügt. Wenn aber die Karte offenbar missbraucht wurde, gilt es, schnell zu handeln.

Richtiges Verhalten nach einem offensichtlichen Kreditkartenmissbrauch

Wer einen Kartenmissbrauch feststellt, was am ehesten durch eine häufige Überprüfung des Kartenkontos gelingt, muss die Karte sperren lassen. Der bundesweit und für alle Karten einheitliche Sperrnotruf ist unter

  • 116 116
  • aus dem Ausland +49 116 116

zu erreichen. Häufig wurde durch einen Blick auf den letzten Kontoauszug eine Unstimmigkeit festgestellt, manchmal kommt die Information auch von der Bank – etwa dann, wenn es sich um einen höheren Betrag handelt. Danach müssen die Inhaber ihre Kontoauszüge für einen längeren Zeitraum überprüfen. Es gibt sehr perfide Formen des Kreditkartenbetrugs, bei denen über lange Zeiträume vom Kartenkonto Mini-Beträge abgebucht werden, die dem Kontoinhaber entgehen. Es sind manchmal nur 23,85 € und manchmal auch nur 3,99 €, bei denen nur wenige Menschen überlegen, ob und wann sie diesen Betrag wirklich ausgegeben haben. Bei einem Betrugsverdacht ist die genaue Recherche unerlässlich. Auch die Bank könnte sich für das Ergebnis interessieren.

Reklamation bei der Bank

Der Schaden ist bei der Bank zu reklamieren. Je nach Vorgang kann der Kunde mit haftbar sein und muss je nach Kartenanbieter und/oder Bank bis zu 50 Euro des Schadens selbst tragen (mehr nicht). Einige Kartenanbieter verzichten auf diese Haftbarmachung des Kunden komplett. Nach einer ordnungsgemäßen Reklamation erstattet die Bank den über die Haftung hinausgehenden Betrag.

Anzeige bei der Polizei

Auch die Bank will in aller Regel einen Beleg dafür, dass der Kartendiebstahl angezeigt wurde. Diese Anzeige muss unverzüglich erfolgen.

Weiterführend:

financescout24.de/Kreditkarte sperren