Eine solide private Finanzplanung ist unabdingbar, die Streuung des Portfolios gilt als empfehlenswert. Die Anlagemöglichkeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Rendite mit Risiko. Dabei treten diese 3 häufigen Finanzplanungsfehler auf:

  • Übergewichtung von Versicherungen
  • Übergewichtung von Aktien
  • Trendgläubigkeit

Übergewichtung von Versicherungen im Finanzportfolio

Viele Anleger stecken den größten Teil ihres Geldes in kapitalbildende Lebensversicherungen – manchmal mehrere pro Person – und in private Rentenversicherungen. Teilweise haben diese Versicherungen sogar dieselbe Fälligkeit um das Renteneintrittsalter herum. Natürlich ist eine Absicherung mit Garantiezins plus wahrscheinlichem Überschuss nicht schlecht.

Doch die Rendite kann naturgemäß nicht sehr hoch ausfallen. Es gibt in so einem Portfolio keine chancenreichen Papiere und keinen Diversifikationseffekt. Versicherungen haben noch den weiteren Nachteil, dass bei ihrer vorzeitigen Kündigung Verluste entstehen können. Grundsätzlich ist mindestens eine Versicherungspolice zu empfehlen, wenn sie tatsächlich der privaten Altersvorsorge dient. Es können sich Steuervorteile ergeben, über die Jahrzehnte entsteht zudem genug Rendite.

Es sollte daher auch Kapital in andere Modelle fließen. Aktien und andere börsliche Anlagen sind riskanter, aber deutlich renditeträchtiger. In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase gehören sie einfach ins Portfolio. Auch eine Immobilie ist eine gute Alternative zur ausschließlichen Investition in Versicherungen. Diese bleiben dennoch ein gutes Fundament der Altersvorsorge, wenn sie der Anleger nicht vorzeitig kündigt, sondern stattdessen bis zum Ende bedient.

Zu hohe Aktienquote

Es gibt im Gegensatz zur Übergewichtung von Versicherungen auch Anleger, die ganz oder überwiegend auf Aktien setzen. Das ist riskant. Aktien sind natürlich renditeträchtig, doch sie können auch zu Verlusten führen. Ein Sparer jenseits des 50. Lebensjahres sollte nicht zu 80 % darauf setzen, denn eine so hohe Aktienquote könnte sein Altersvorsorgekonzept stark gefährden.

Kurzfristig sind immer wieder größere Kursverluste möglich, die ein jüngerer Anleger aussitzen kann, doch die Erholung kann durchaus zehn Jahre dauern. In einigen Fällen sind die Verluste auch irreversibel, eine Umschichtung ist dann unumgänglich. Das funktioniert mit einem großen Zeitvorlauf und sollte überdies nicht einen zu starken Teil der Altersvorsorge betreffen.

Eine Aktienquote von etwa 40 % ist bei einem jüngeren Sparer in Ordnung. Höhere Anteile eignen sich nur für sehr risikofreudige Menschen. Man kann auch die Quote nach der Faustregel 100 minus Lebensalter berechnen. Dann könnten sich für einen 40-jährigen Sparer sogar 60 % Aktienquote eignen. Aktiensparer sollten auch bedenken, dass die Konjunktur in Zyklen verläuft. Zudem werden die Börsen nicht ausschließlich durch die Konjunktur gesteuert, sondern auch durch menschliche Emotionen. Das macht kurz- und mittelfristige Prognosen immer schwierig.

Trends blindlings folgen

Sowohl die Anlage in Aktien – darunter in bestimmte Aktien – als auch in Gold, Immobilien oder gar Kryptowährungen folgt oft bestimmten Trends, die zum Hype ausarten können. In dieser Hinsicht sollten Anleger höchst vorsichtig sein. Die Nachfrage nach einzelnen Titeln oder Branchen kann konjunkturell bedingt sein, was für die Anlage sprechen würde. So darf es grundsätzlich als vernünftig gelten, in Technologiewerte wie Google, Apple, Microsoft oder Amazon, ebenso aber in Solarenergie oder Windkraft zu investieren.

Das sind Technologien, welche unsere Zukunft prägen werden. Die Blockchain ist ein sehr junger Trend, der viel verheißt, aber noch vollkommen am Beginn steht. Viele der Start-ups in diesem Sektor werden nicht überleben. Auf diesen Trend muss man also nicht zwingend sofort aufspringen.